Die Muschel
Vielleicht siehst du mich, Nacht, nicht gerne,
Doch aus dem Maelstrøm dieser Welt,
Wie eine Muschel ohne Perlen,
Bin ich an deinem Strand zerschellt.
Du schäumst die Welln wie unbeteiligt
Und trällerst, ohne dass du sprichst,
Doch du erachtest hoch und heilig,
Was die Muschel unnütz lügt.
Beginnst mit ihr im Sand zu wühlen,
Wirfst dich dazu in dein Ornat,
Beständig dann mit ihr zu knüpfen
Die riesige Glocke des Wellenschlags;
Die Muschelwände, die so brüchig,
Wie's Haus des Herzens, halb zerfall'n,
Erfüllst du leis mit Gischtgeflüster,
Mit Nebel, Wind und Regenfall …
1911
Раковина
Быть может, я тебе не нужен,
Ночь; из пучины мировой,
Как раковина без жемчужин,
Я выброшен на берег твой.
Ты равнодушно волны пенишь
И несговорчиво поешь,
Но ты полюбишь, ты оценишь
Ненужной раковины ложь.
Ты на песок с ней рядом
Оденешь ризою своей,
Ты неразрывно с нею свяжешь
Огромный колокол зыбей,
И хрупкой раковины стены,
Как нежилого сердца дом,
Наполнишь шепотами пены,
Туманом, ветром и дождем…
1911
* * *
Man gab mir einen Körper – was fang ich mit ihm an,
Mit diesem einen, der mein ist so ganz?
Der stillen Freude zu atmen, zu leben,
Wem hab ich dafür den Handschlag zu geben?
Ich bin der Gärtner, auch's Blümelein,
Im Kerker der Welt bleib' ich nicht allein.
Das Fenster zur Ewigkeit hat schon behaucht
Meine Atmung, mein Wärmendes auch.
Auf seinem Glase ein Muster sich zeigt,
Das niemand verstehen kann seit langer Zeit.
Verfliegt auch die Trübung im Augenblick –
Das liebliche Muster untilgbar entzückt.
1909
* * *
Дано мне тело – что мне делать с ним,
Таким единым и таким моим?
За радость тихую дышать и жить
Кого, скажите, мне благодарить?
Я и садовник, я же и цветок,
В темнице мира я не одинок.
На стекла вечности уже легло
Мое дыхание, мое тепло,
Запечетлеется на нем узор,
Неузнаваемый с недавних пор.
Пускай мгновения стекает муть –
Узора милого не зачеркнуть.
1909
* * *
So wie Rauschgoldengel glühn
Tief im Wald die Weihnachtsbäume;
Im Gebüsch: der Spielzeugwölfe
Wilde Schreckensaugen schieln.
Meine Trauer ist so alt
Wie der Freiheit leises Rufen;
Unbelebter Himmelskuppel
Ewig lächelnder Kristall!
1908
* * *
Сусальным золотом горят
В лесах рождественские елки;
В кустах игрушечные волки
Глазами страшными глядят.
О вещая моя печаль,
О тихая моя свобода
И неживого небосвода
Всегда смеющийся хрусталь!
1908
* * *
Nur noch Kinderbücher zu lesen,
Nur noch Kindergedanken zu hegen,
Alles Große ganz weit zu verwehen,
Aus tiefem Kummer stets aufzuerstehn.
Ich bin vom Leben so tödlich geschafft,
Dass ich von ihm nichts mehr annehmen werde,
Ich liebe jedoch diese kärgliche Erde,
Weil ich noch nie eine andere sah.
Ich schaukelte in einem Garten, weit fort,
Auf einer einfachen, hölzernen Schaukel.
Hohe Tannen am dunklen Ort
Sah ich, erinnernd, durch Traumnebel gaukeln.
1908
* * *
Только детские книги читать,
Только детские думы лелеять,
Все большое далеко развеять,
Из глубокой печали восстать.
Я от жизни смертельно устал,
Ничего от него не приемлю,
Но люблю мою бедную землю,
Оттого, что иной не видал.
Я качался в далеком саду
На простой деревянной качели,
И высокие темные ели
Вспоминаю в туманном бреду.
1908
Silentium
Sie kam noch nicht einmal zur Welt,
Sie ist sowohl Musik als Worte,
Ist des, was lebt an jedem Orte,
Verbindung, die niemals zerfällt.
Des Meeres Brüste atmen Ruhe,
Doch wie ein Irrer strahlt der Tag,
Die Gischt des blassen Flieders ragt
In dem Geschirr, das schwarz-azuren.
Und es erlangt mein Lippenpaar
Dieses ursprüngliche Schweigen,
Den kristallinen Notenreigen,
Der von Geburt an rein und klar!
Bleib Schaum und Gischt, o Aphrodite,
Und, Wort, kehr in Musik zurück,
Und, Herz, schäm dich im Augenblick,
Wo du im Grund des Seins zerfließest!
1910
Silentium
Она еще не родилась,
Она и музыка и слово,
И потому всего живого
Ненарушаемая связь.
Спокойно дышат моря груди,
Но, как безумный, светел день,
И пены бледная сирень
В мутно-лазоревом сосуде.
Да обретут мои уста
Первоначальную немоту,
Как кристаллическую ноту,
Что от рождения чиста!
Останься пеной, Афродита,
И слово в музыку вернись,
И сердце сердца устыдись,
С первоосновой жизни слито!
* * *
Das leichte Leben nahm uns den Verstand:
Wein seit dem Morgen, abends dann der Kater.
Ist dieser hohle Frohsinn aufzuhalten,
Dein Wangenrot, besoffne Cholera?
Der Händedruck: ein Ritus voller Qualen,
Dann in den Straßen nächtliches Geküsse,
Wenn sie gewichtig strömen: all die Flüsse
Und die Laternen brennen wie die Fackeln.
Den Tod erwarten wir wie'n Märchenwolf,
Doch fürchte ich, vor allen andern stirbt
Er, dessen Mund ganz rot und so verwirrt,
Vor dessen Augen eine Locke rollt.
November 1913
* * *
От легкой жизни мы сошли с ума.
С утра вино, а вечером похмелье.
Как удержать напрасное веселье,
Румянец твой, о пьяная чума?
В пожатьи рук мучительный обряд,
На улицах ночные поцелуи,
Когда речные тяжелеют струи,
И фонари как факелы горят.
Мы смерти ждем, как сказочного волка,
Но я боюсь, что раньше всех умрет
Тот, у кого тревожно-красный рот
И на глаза спадающая челка.
Ноябрь 1913
* * *
Es fliegen Walküren, es singen die Geigen –
Die Oper geht lautstark dem Ende entgegen.
Auf marmornen Treppen hüten schweigend
Haiducken die Pelze der Herrschaft und gähnen.
Schon ist der Vorhang zu fallen bereit;
Ein Trottel im Notsitz noch Beifall spendet;
Die Kutscher tänzeln um Feuerscheite.
»Die Kutsche von denen da!« – Abfahrt. Ende.
1913
* * *
Летают Валкирии, поют смычки –
Громоздкая опера к концу идет.
С тяжелыми шубами гайдуки
На мраморных лестницах ждут господ.
Уж занавес наглухо упасть готов,
Еще рукоплещет в райке глупец,
Извозчики пляшут вокруг костров …
«Карету такого-то!» – Разъезд. Конец.
1913
Achmatova
Halb abgewandt, o Traurigkeit,
Erblickte sie die Gleichgültigen.
Von Schultern rutschend, wurde Stein
Der Schal der Neoklassizistin.
Des Unheils Stimme – bittrer Rausch –
Wo Seelentiefen sich entfalten:
So – eine Phädra, ungehalten –
Hat Rachel auch manchmal gefaucht.
1914
* * *
Schlaflosigkeit. Homer. Die straffen Segel.
Das Schiffsregister las ich bis zur Mitte:
Solch eine lange Liste, solche Kranichzüge,
Die man vorzeiten über Hellas führte.
Wie ein Kranichkeil: hinein in fremde Grenzen,
Auf Herrscherhäuptern schäumt die Göttlichkeit –
Ging's nicht um Helena, wohin wollt ihr euch wenden?
Was gälte Troja euch, Achäas Männlichkeit?
Das Meer und auch Homer – sie alle treibt die Liebe.
Was bleibt mir anzuhören? Und hier verstummt Homer,
Und große Reden rauscht das Schwarze Meer
Und wird mit Donnerklang zum Kopfende getrieben.
1915
* * *
Бессонница. Гомер. Тугие паруса.
Я список кораблей прочел до середины:
Сей длинный выводок, сей поезд журавлиный,
Что над Элладою когда-то поднялся.
Как журавлиный клин в чужие рубежи –
На головах царей божественная пена –
Куда плывете вы? Когда бы не Елена,
Что Троя вам одна, ахейские мужи?
И море, и Гомер – всё движется любовью.
Кого нее слушать мне? И вот Гомер молчит,
И море черное, витийствуя, шумит
И с тяжким грохотом подходит к изголовью.
1915
* * *
«Ma voix aigre et fausse...»
Paul Verlaine
Я скажу тебе с последней
Прямотой:
Все лишь бредни – шерри-бренди, –
Ангел мой.
Там, где эллину сияла
Красота,
Мне из черных дыр зияла
Срамота.
Греки сбондили Елену
По волнам,
Ну, а мне – соленой пеной
По губам.
По губам меня помажет
Пустота,
Строгий кукиш мне покажет
Нищета.
Ой-ли, так-ли, дуй-ли, вей-ли –
Все равно;
Ангел Мэри, пей коктейли,
Дуй вино.
Я скажу тебе с последней
Прямотой:
Все лишь бредни – шерри-бренди, –
Ангел мой.
1931
* * *
«Ma voix aigre et fausse...»
Paul Verlaine
Ich sag es dir ganz offen:
Engelein,
Alles kirschbranntweinbesoffne
Träumerein.
Wo Hellenen Frauenschönheit
Strahlte an,
Gähnt mich tief aus schwarzen Höhlen
Schande an.
Über Wellen zerrten Griechen
Helena,
Doch schon längst an meinen Lippen
Salzschaum nagt.
Meine Lippen voll Erbarmen
Nichts bestreicht,
Mir mit strengem Daumen Armut
Feigen zeigt.
Ach und krache, sing und lache –
Alles eins –
Kipp die Cocktails, Engel Mary,
Trink den Wein.
Und ich sag es dir ganz offen:
Engelein,
Alles kirschbranntweinbesoffne
Träumerein.
März 1931, Moskau,
Museum für Zoologie.
* * *
Помоги, Господь, эту ночь прожить,
Я за жизнь боюсь, за твою рабу …
В Петрограде жить – словно спать в гробу.
1931
* * *
Hilf mir, Herr, die Nacht zu überleben,
Ich fürchte um das Leben deines Sklaven …
In Petersburg zu leben, heißt: im Sarg zu schlafen.
Januar 1931
* * *
Für den rasselnden Heldenmut künftiger Welt,
Für den menschlich erhabenen Klüngel,
Verlor ich beim Festmahl der Väter den Kelch,
Und Freude und Ehre vergingen.
Dies Wolfshund-Jahrhundert die Schultern befällt,
Als dächte es, Wolfsblut mit meinem sich mischte;
Der sicherste Schutz wären Mütze und Pelz
Im Ärmel sibirischer Steppen und Hitze.
Keine Feigheit mehr sehn, keinen moddrigen Matsch,
Keine Knochen geflochten aufs Rad.
Mir einzig der Hundsstern in bläulicher Pracht
In Urschönheit nächtelang strahlt.
Führ mich in die Nacht, wo der Enisej fließt,
Die Buche die Sterne erreicht,
Denn nie hat sich Wolfsblut mit meinem vermischt,
Mich tötet nur jener, der mir auch gleich.
17. – 28. März 1931
* * *
Я скажу это начерно – шёпотом,
Потому что еще не пора:
Достигается потом и опытом
Безотчетного неба игра.
И под временным небом чистилища
Забываем мы часто о том,
Что счастливое небохранилище –
Раздвижной и пожизненный дом.
9 марта 1937
Воронеж
* * *
Ich sprech es nicht ins Reine, nur geflüstert;
Ich weiß genau, die Zeit ist noch nicht reif:
Wir können uns zum Spiel des Himmels rüsten,
Das sorglos ist, durch Arbeit, Fleiß und Schweiß.
Wo's fegefeuert, bis der Himmel schwindet,
Vergessen wir und bringen's oft nicht raus,
Dass sich das Himmelsglück beständig gründet
Auf ein verlängerbares, lebenslanges Haus.
9. März 1937
Voronež
* * *
За гремучую доблесть грядущих веков,
За высокую племя людей
Я лишился и чаши на пире отцов,
И веселья и чести своей.
Мне на плечи кидается век-волкодав,
Но не волк я по крови своей,
Запихай меня лучше, как шапку, в рукав
Жаркой шубы сибирских степей, –
Чтоб не видеть ни труса, ни хлипкой грязцы,
Ни кровавых костей в колесе,
Чтоб сияли всю ночь голубые песцы
Мне в своей первобытной красе.
Уведи меня в ночь, где течет Енисей,
И сосна до звезды достает,
Потому что не волк я по крови своей
И меня только равный убьет.
17 – 28 марта 1931
* * *
Vergleiche nicht: wer lebt, ist unvergleichlich.
Mit einer furchterfüllten Zärtlichkeit
War ich bereit zum Gleichmaß unter Gleichen,
Der Himmelszirkel bot für mich nur Leid.
Zur Ätherluft, die dienstbar ist, gewandt,
Erwartete ich runden Dienst und Kunde,
Traf Reisevorbereitung, schwamm den Bogen lang
Auf Reisen, die den Anfang nicht gefunden.
Wo mir mehr Himmel wird – bin ich zu gehn bereit –
In den noch jungen Hügeln von Voronež
Gibt mich die klare Schwermut nicht mehr frei
Für Menschheitswermut: klärend und toskanisch.
18. Januar 1937
Voronež
* * *
Не сравнивай: живущий несравним.
С каким-то ласковым испугом
Я соглашался с равенством равнин,
И неба круг мне был недугом.
Я обращался к воздуху-слуге,
Ждал от него услуги или вести,
И собирался плыть, и плавал по дуге
Неначинающихся путешествий.
Где больше небо мне – там я бродить готов,
И ясная тоска меня не отпускает
От молодых еще, воронежских холмов
К всечелевеческим, яснеющим в Тоскане.
18 января 1937
Воронеж
home.arcor.de/berick/illeguan/mandel1.htm
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